Was ist Keto?
Die ketogene Ernährung (häufig kurz „Keto“ genannt) ist eine
Ernährungsform, bei der der Anteil an Kohlenhydraten stark
reduziert und gleichzeitig der Fettanteil deutlich erhöht wird.
Dadurch wird der Körper in einen Stoffwechselzustand namens
„Ketose“ versetzt. In dieser Phase verwendet unser Organismus
Fette anstelle von Kohlenhydraten als Hauptbrennstoff, was
verschiedene Vorteile für Figur und Wohlbefinden haben kann.
Ursprünglich wurde die ketogene Ernährung in der Medizin zur
Behandlung bestimmter Krankheiten, wie zum Beispiel Epilepsie,
eingesetzt. Inzwischen erfreut sie sich jedoch auch großer
Beliebtheit unter Menschen, die Gewicht reduzieren möchten oder
nach einer alternativen Ernährungsstrategie suchen, um sich
mental stärker und fokussierter zu fühlen.
Reduziere Kohlenhydrate
drastisch
Damit der Körper in die Ketose gelangt, sollten
Kohlenhydrate möglichst stark eingeschränkt werden –
oft auf unter 50 Gramm pro Tag. Verzichte deshalb
weitgehend auf stärkehaltige Lebensmittel wie Brot,
Nudeln, Reis, Kartoffeln und Süßigkeiten.
Fett als Energielieferant
Um den Energiebedarf zu decken, muss der Fettanteil in
deiner Ernährung erhöht werden. Dabei solltest du auf
hochwertige Fette achten:
Proteine in moderaten Mengen
Proteine (Eiweiße) sind wichtig für den Erhalt und
Aufbau von Muskeln, sollten aber nicht übermäßig
konsumiert werden. Eine ausreichende, jedoch nicht zu
hohe Eiweißzufuhr ist der Schlüssel, damit dein Körper
in der Ketose bleibt.
Achte auf Nährstoffdichte
Auch wenn du Kohlenhydrate einsparst, kannst du dich
ausgewogen ernähren. Wähle viel frisches,
kohlenhydratarmes Gemüse wie Blattgemüse, Zucchini oder
Brokkoli. So stellst du sicher, dass du genügend
Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe erhältst.
Genügend trinken und Elektrolyte im Blick
behalten
Während der Ketose kann es anfangs zu erhöhtem
Wasserverlust kommen. Achte darauf, ausreichend zu
trinken (idealerweise Wasser und ungesüßte Tees) und
genügend Elektrolyte (z. B. Natrium, Kalium, Magnesium)
aufzunehmen, um Kopfschmerzen und Schlappheitsgefühle
zu vermeiden.
Plane dein Essen
Gerade zu Beginn der ketogenen Ernährung ist es
hilfreich, Mahlzeiten im Voraus zu planen und Rezepte
herauszusuchen, die zu den Keto-Regeln passen. So
vermeidest du, spontan zu kohlenhydratreichen Produkten
zu greifen, wenn der Hunger kommt.
Habe Geduld mit deinem Körper
Die Umstellung in die Ketose kann einige Tage bis
Wochen dauern. In dieser Zeit können Symptome wie
Kopfschmerzen, Müdigkeit oder
Konzentrationsschwierigkeiten auftreten
(„Keto-Grippe“). Dies ist normal und legt sich meist,
sobald sich dein Körper an die neue Energiequelle
gewöhnt hat.
Gewichtsverlust
Wenn Kohlenhydrate reduziert werden, greift der Körper
vermehrt auf Fettreserven zurück. Dies kann das
Abnehmen erleichtern.
Stabile Energie und weniger
Heißhunger
Fett und Proteine sorgen für ein länger anhaltendes
Sättigungsgefühl. Viele Menschen berichten von einer
stabilen Energie über den Tag und weniger
Heißhungerattacken.
Verbesserte mentale Klarheit
Einige Anhänger der Keto-Diät fühlen sich geistig
wacher und fokussierter, sobald sie sich an die Ketose
gewöhnt haben.
Positive Effekte auf den
Blutzuckerspiegel
Bei sehr geringer Kohlenhydratzufuhr bleiben
Blutzuckerspiegel und Insulinausschüttung stabil. Das
kann für Menschen mit Insulinresistenz oder
Typ-2-Diabetes von Vorteil sein.
Reduzierte Entzündungsmarker
In einigen Fällen kann eine ketogene Ernährungsweise
zur Verringerung von Entzündungen beitragen, wobei hier
noch mehr Forschung nötig ist.
Keto-Grippe
In der Anfangsphase können Kopfschmerzen, Müdigkeit und
Schwindel auftreten, da sich der Körper auf die neue
Energiequelle umstellt.
Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und
Ballaststoffen
Eine drastische Reduktion der Kohlenhydrate kann zu
einem Mangel an bestimmten Mikronährstoffen führen,
wenn du nicht auf eine ausgewogene Auswahl an
ketotauglichen Lebensmitteln achtest.
Hoher Fettkonsum
Nicht jedes Fett ist gleich. Achte auf gute Fette (z.
B. aus Avocados, Olivenöl, Lachs) und meide allzu viele
verarbeitete und stark gesättigte Fette, um
Herz-Kreislauf-Risiken gering zu halten.
Nicht für jeden geeignet
Personen mit bestimmten Vorerkrankungen (z. B.
Nierenerkrankungen, Leberprobleme) oder Schwangerschaft
sollten mit Arzt bzw. Ärztin besprechen, ob eine
ketogene Diät empfehlenswert ist.
Soziale Einschränkungen
Da in vielen klassischen Gerichten Kohlenhydrate
reichlich vorkommen, kann die Keto-Diät im Alltag, bei
Einladungen oder in Restaurants einschränkend sein.
Die ketogene Ernährung ist eine spezielle Ernährungsform, bei der der Körper Fette als Hauptenergiequelle nutzt. Dies kann sowohl beim Abnehmen unterstützen als auch zu einer verbesserten mentalen Leistung führen. Dennoch sind eine sorgfältige Planung und ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln entscheidend, um Mangelerscheinungen zu vermeiden und den Körper gesund zu halten. Wer Interesse hat, sollte sich idealerweise vorab informieren oder ärztlichen Rat einholen, insbesondere bei Vorerkrankungen. Mit der richtigen Vorbereitung, ausreichend Geduld und einer fokussierten Herangehensweise lässt sich die Keto-Diät erfolgreich in den Alltag integrieren und kann bei vielen Menschen zu positiven Veränderungen im Wohlbefinden führen.